Herren I

Protokoll eines ungewöhnlichen Abends

21. April 2018, 17:55 Uhr MEZ, in der Mitte Württembergs, Schulturnhalle Aich
Kurz vor Spielbeginn brütete der TSV Plattenhardt noch über die eigene Doppelaufstellung. Die Nummer eins, Michael Schöllkopf, war nämlich noch im Anflug, obwohl bereits sechs Leute in der Halle waren. Was hatten die Jungs nur vor, fragten sich die Hausherren. Dann ein kurzes, aber herzliches Wiedersehen mit Uwe Morjan, der seine Doppelpartie verletzungbedingt abschenkte. Die Aichtaler Doppel waren zu diesem Zeitpunkt bereits eingetragen (Mayer/StiefelF, Dürr/Leins und Pavlidis/Eigner). Kuriose und irgendwie befremdliche Ausgangslage der Partie, die erschreckenderweise mit einer 3:1-Führung für die Gäste begann. Denn Aichtal wartete ebenfalls mit einer 7-Mann-Überraschung auf: Moritz Stiefel wurde aufgestellt und schenkte seine beiden Einzel verletzungsbedingt ab.

19:45 Uhr
Alle aktiven Aichtaler (Rudi Mayer, Frank Dürr, Flo Stiefel, Foti Pavlidis und Andi Leins) gewannen ihre ersten Einzel, auch wenn oftmals die Eisenhand die Topleistung verwährte. Zwischenstand: 6:3. Info über clickTT: Wendlingen hat gegen Hochdorf gewonnen. Nun war klar, dass Frickenhausen dringend einen Sieg benötigte, um den direkten Klassenverbleib zu schaffen.

20:30 Uhr
Spielende: Rudi verlor gegen den stark agierenden Thomas Schaaf, bevor die restliche Truppe (Frank, Flo und Andi) den Sack zumachte. Kurzes Berechnen der Tabelle. Aichtal war nach Schnellerfassung des Ergebnisses auf Platz drei. Neuhausen gewann zwar mit 9:5 gegen Wäschenbeuren II, aber das juckte bei diesem Ergebnis eh nicht. Währenddessen wurde mit den Plattenhardtern Pizza gegessen und kameradschaftlich die ersten Biere geöffnet.

21:57 Uhr
Erstes Lebenszeichen aus dem „Schafstall“: „6:3 ohne Üby“. Hoffnung keimte auf, aber das Fehlen des Edeljokers sorgte für die sofortige Euphoriebremse. Wenig später verabschiedeten sich die Gäste und viele Aichtaler Akteure, die teilweise noch zum Mitternachtsturnier nach Eningen fuhren. Nur wenige (Rudi, Frank und Waldemar) harrten auf ihren Stühlen im Clubraum aus.

22:49 Uhr
Handy vibrierte erneut: „6:7“. Starre Gesichter und schnelle Analyse der potentiellen Restduelle. Sätze wie „Auf jeden Fall ne gute Runde“, „Immerhin vor den Derby-Teams – das ist doch auch was“ und „Platz drei hätte ich vor der Runde gekauft“ sollten die Nerven beruhigen. Ein „Das packt Adrian, dann Hohl/Heermann geht“ rutschte irrigerweise dazwischen, denn es spielte Michael Röhner auf Position sechs. Derweil trockneten die Münder aus, da die Entscheidung zwischen Sekt und Selters nicht fallen wollte.

23:32 Uhr
Dann die Nachricht des Abends: „9:7 für uns. 15:13 im fünften Satz des Schlussdoppels“. Jubelnd fielen sich die Männer in die Arme. Musik und der Duft von hartem Alkohol erfüllten den Raum. Ein 6-Sekunden-Video bewies: Ein Fehlaufschlag eines Wäschenbeureners beendete den „Schafstall“-Krimi und ließ die Staufener auf Rang vier zurückfallen. Aichtal war damit Vize-Meister und Relegationsteilnehmer. Eine Masse an Glückwünschen aus dem ganzen Bezirk und darüber hinaus erreichten die Akteure noch in der Nacht.

Am nächsten „Morgen“
Kater mit Dauergrinsen. Zahlreiche Glückwünsche prasselten über alle erdenklichen Kanäle ein. Wenig später standen auch die Rele-Gegner fest: TSV Stuttgart-Mühlhausen und VfR Birkmannsweiler II werden am 5. Mai in Brackenheim (bei Heilbronn) an den Start gehen. Der TTC ist krasser Außenseiter, aber das war er auch in der Landesklasse vor der Runde. Ein Fan-Bus und eine Motorradausfahrt kommen ins Gespräch. „OK Google: Wie lange braucht ein mit Bier vollgetankter Tourismo bis nach Brackhemm?“. Beim Vorstand ruft Brackenheim sogar gute Erinnerungen hervor: „Legendäre Weinprobe in einer Besenwirtschaft“. GEBUCHT!

DANK
Vielen Dank an die zahlreichen Unterstützer der Ersten über die ganze Saison, ein besonderes Dankeschön geht an den langjährigen Edelfan Karl Graf. Auch ein herzliches Merci an die enorm fleißigen Ersatz-Stammspieler Foti und Andi, die zusammen 15(!) Einsätze hatten. Auch ein Dank an die Aushelfer Christian Altmannsberger, Frank Feß, Kim Boriss und Carsten Eigner, die unsere Ausfälle versuchten, zu kompensieren. Vous êtes aussi Vize-Meister, oder so! Ein Dankeschön geht auch an die Langzeitverletzten Moritz und Steffen, die nicht nur mitfieberten und anfeuerten, sondern auch mit ihren Coachings den ein oder anderen Spielverlauf positiv beeinflussten. Und dass jedes einzelne Spiel zählt, beweist die Landesklasse-Abschlusstabelle.

SAISONBILANZEN
Platz 2: 12 Siege, 1 Unentschieden, 7 Niederlagen, 151:116 Spiele, Spielebilanz +35, 25:15 Punkte
Einzelbilanz gesamt: 116:89, Doppelbilanz gesamt: 35:27

BTW: MEGA-REKORD – „FESTUNG AICHTAL-BADGE“
Die ersten drei Teams des TTC Aichtal (1x Vize-Meister, 2 x Meister) blieben über die ganze Saison 2017/18 vor heimischer Kulisse OHNE PUNKTVERLUST. Alle 28 Heimspiele wurden gewonnen.
Wer sich von diesem Heimvorteil und dem dazugehörigen Vereinsleben inspirieren lassen möchte: Wir trainieren zahlreich montags und freitags ab 20 Uhr in der Schulturnhalle Aich. Mitgliedsanträge gibt es auch gleich hier.

Ein Kommentar zu “Protokoll eines ungewöhnlichen Abends”

  1. Karl

    Super Jungs, trotz einiger Nackenschläge habt Ihr an euch geglaubt. Wunschgedanke ( Sieg von Frickenhäuser Spitzendoppel Hohl / Heermann im letzten Spiel ) bringt euch die Vizemeisterschaft / Relegation ) wurde wahr.
    Glückwunsch auch an die 2. und 3. Manschaft zur Meisterschaft, auch dort wird begeisterndes Tischtennis geboten.
    Karle

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